Von Ausbuttern und Kräutersalz: Schüler entdecken die Kunst der Haltbarmacherei

„Wie haben unsere Vorfahren eigentlich ihre Lebensmittel über den Winter gebracht – ganz ohne Kühlschrank und Gefriertruhe?“ Dieser Frage gingen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projekts „Alltagskompetenzen – Schule fürs Leben“ bei einem lehrreichen und zugleich unterhaltsamen Vormittag im Freilandmuseum Neusath-Perschen nach. Unter dem Motto „Haltbarmacherei“ erwartete die Gruppe ein abwechslungsreiches Programm aus Wissen zum Anfassen und praktischem Tun, das bei allen Beteiligten großen Anklang fand.

Den Auftakt bildete eine interaktive Führung durch die historischen Gebäude des Museums. Dabei erhielten die Jugendlichen spannende Einblicke, wie Menschen früher ihre Nahrung anbauten, ernteten, lagerten und für schlechte Zeiten haltbar machten. Von der urigen Kuchl bis zum gut gefüllten Vorratsraum verfolgten sie den gesamten Weg der Lebensmittel und verglichen dabei ganz nebenbei die damaligen Methoden mit unserem heutigen, oft schnelllebigen Umgang mit Nahrungsmitteln. So entstand bei den Schülerinnen und Schülern ganz automatisch ein neues Gefühl für Nachhaltigkeit und traditionelle Alltagskultur. Im zweiten Teil des Vormittags hieß es dann selbst ausprobieren statt nur zuschauen. In einem praxisorientierten Workshop wurden die Jugendlichen selbst zu Haltbarmachern. Mit sichtlicher Begeisterung machten sie sich ans Ausbuttern von Bio-Rahm und erlebten hautnah, wie aus Sahne durch Rühren und Geduld goldgelbe Butter entsteht. Im Anschluss entstand ein aromatisches Kräutersalz aus frischen Garten- und Wildkräutern, das durch seinen intensiven Duft schnell für Begeisterung sorgte. Als krönenden Abschluss durften die Schülerinnen und Schüler ihre selbst hergestellten Köstlichkeiten in einem kleinen selbst zubereiteten Snack verkosten – ein wohlverdienter Lohn für die geleistete Arbeit.

Über den praktischen Spaß hinaus nahmen die Jugendlichen vor allem eine zentrale Erkenntnis mit nach Hause: Lebensmittel sind kostbar. In ihnen stecken viel Arbeit, Zeit und wertvolle Ressourcen. Wer sich dessen bewusst ist, geht automatisch achtsamer mit dem um, was auf dem Teller landet – und verschwendet weniger. Ein rundum gelungener Vormittag, der Theorie und Praxis auf lehrreiche Weise miteinander verband und die Alltagskompetenzen der Schülerinnen und Schüler erweiterte.

Elisabeth Schneider